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EPISODE 2.20

ZWEI FÜR UNTERWEGS (TWO FOR THE ROAD)

REGISSEUR:
Paul Edwards

DREHBUCH:
Christina M. Kim & Elizabeth Sarnoff
US-PREMIERE:  03.05.2006
Quote:  15,56 Millionen

P7-PREMIERE:  22.01.2007
Quote ab 3:  1,36 Mio (5,4 %)
Quote 14-49:  1,07 Mio (9,8 %)

INHALT:

Während sich Kate um Michael sorgt, der bewusstlos am Boden liegt, geht Jack ein paar Schritte tiefer in den Dschungel um sich umzusehen. Kate überzeugt ihn jedoch davon, dass Michael ganz allein unterwegs war und dass keine Anderen in der Nähe seien. Somit gibt der Arzt nach und packt Michael auf seine Schultern.

In der Station bereitet Ana-Lucia inzwischen Essen vor, wobei man Lockes lautes Schnarchen aus dem Nebenraum hört. Ana betrachtet die Waffenkammer aus ihren Augenwinkeln.


FLASHBACK:

Ein Streifenwagen hält am Parkplatz des LADP und Ana-Lucia steigt aus. Sie hat scheinbar gerade ihre Schicht beendet und wird von ihrer Mutter in Empfang genommen. Nach einer kurzen Erkundigung, wo Ana in der Nacht zuvor gewesen sei, muss sie Captain Cortez folgen.

Das Ziel ist Jasons Autopsie, denn der Mann, den Ana kürzlich in der Bar getroffen hat, wurde tot in der Seitengasse aufgefunden. „Eine Idee wer es gewesen ist?“, erkundigt sich Ana-Lucia sachlich, doch ihre Mutter gibt ihr zu verstehen, dass sie ganze genau wisse, was geschehen sei. Ana habe diesen Mann fälschlicherweise laufen lassen, um ihn anschließend selbst niederzustrecken, und nun brauche sie Hilfe, um damit klar zu kommen. Doch die junge Polizistin gibt ihrer Mutter zu verstehen, dass sie allein damit fertig werde, woraufhin Frau Cortez meint: „Wenn du schon keinen Respekt vor mir hast, dann wenigstens vor deinem Amt“. Ana kann dies jedoch nicht und ---übergibt ihrer Mom ihre Polizeimarke.


Um den Gefangenen sein Essen zu bringen, begibt sich Ana in die Waffenkammer. Henry ist jedoch immer noch im Hungerstreik und hat auch seine letzte Portion noch nicht angerührt. Dennoch vernimmt Ana-Lucia ein leises Gemurmel des Häftlings [es klingt nach „We are scientists“], das ihre Aufmerksamkeit auf ihn lenkt. Dummerweise nähert sie sich zu sehr an Henry, weshalb er sie mit seinen Fesseln in den Würgegriff nimmt und ihr die Luftzufuhr abschneidet. Er hält sie so geschickt fest, dass sie sich selbst nicht mehr helfen kann. In letzter Sekunde wird Henry jedoch von einer Krücke außer Gefecht gesetzt und geht zu Boden, als Locke erschöpft im Türrahmen zu sehen ist.


FLASHBACK:

Anas neuer Job ist es, die Leute am Flughafen nach gefährlichen Gegenständen zu durchsuchen, und am Ende eines ermüdenden Arbeitstages besucht sie eine Cocktailbar, wo sie sich einen Tequila gönnt. Neben ihr sitzt ein alter Bekannter: Jacks Vater Christian. Als sie ins Gespräch kommen, stellen beide fest, dass sie sehr ähnliche Probleme mit ihren Eltern-Kind-Beziehungen haben. Spontan erkundigt sich Christian, ob Ana nicht Lust habe, mit ihm nach Sydney zu fliegen. Zuerst will Ana sich aber erstmal selbst vorstellen, woraufhin Christian vorschlägt, dass sie sich erfundene Namen geben. Somit nennt Ana ihn fortan Tom und dieser Ana Sarah. Er gesteht weiters, dass er etwas Schutz gut gebrauchen könne, und immerhin sei „Sarah“ ja mal Cop gewesen. Um ihre Abmachung zu „unterzeichnen“, heben beide ihre Gläser.


Tagsüber will Ana am Strand ihre Wunde am Kopf nähen, die sie Henry zu verdanken hat, was Besorgnis in Libby aufkommen lässt. „Mir geht’s gut, aber ihm bald nicht mehr“, kommentiert Ana, und Libby ist nicht gerade beruhigt. „Mach bloß nichts Dummes“, lautet ihre Warnung.

Unten wagt sich unterdessen wieder jemand in die Waffenkammer: John will von Henry wissen, warum er ihn nicht getötet habe, als die Sicherheitstür ihn zu zerquetschen drohte. „Weil du einer von den Guten bist“, erklärt ihm Henry, und scheinbar ist er endlich dazu bereit, mehr von seiner Geschichte zu erzählen. Immerhin sei er ohnehin tot, da er „versagt“ habe. Ihr Anführer sei zwar sehr fair, aber er würde ihm niemals vergeben. Deshalb verrät er Locke Folgendes: Als er über eine von Danielles Fallen stolperte, sei er eigentlich auf dem Weg zum Camp gewesen. Denn sein Auftrag war es, Locke zu holen... Wie immer steht John nun vor der Entscheidung, ob er ihm Glauben schenken kann, doch in diesem Moment vernimmt er laute Schreie von Kate und Jack, die Michael zurückbringen, und schließt schnell die Tür.

Als Sawyer sich an einem Bach ein paar Früchte von einem Baum holt, wird er von Ana-Lucia überrascht, die ihn ohne Umschweife um eine Waffe bittet. Da sie dabei aber auch seine „Freundin“ Kate erwähnt, macht sie sich dermaßen unbeliebt, dass Sawyer sie abweist und wegschickt.


FLASHBACK:

Als ihr Wecker 3:51 Uhr anzeigt, erwacht Ana-Lucia ruckartig aus ihrem Schlaf. Im Wohnzimmer ihres Appartements genießt sie die Aussicht auf Sydney, greift zu ihrer geliebten Tequila-Flasche und vernimmt dabei ein Klopfen an der Tür. Es ist „Tom“, der ihr mitteilt, dass sie ihn nun beschützen müsse.

Nach einer nächtlichen Autofahrt im Regen bringt Ana den Wagen schließlich zum Stehen und Christian steigt aus. Sie solle im Wagen warten, denn es werde scheinbar ziemlich gefährlich werden. An der Tür eines Hauses erscheint eine etwas ältere Frau mit blonden Haaren, mit der Christian sofort lautstark argumentiert. „Ich will nur meine Tochter sehen!“, hört man aus dem lauten Streit heraus. Schließlich wird es Ana-Lucia zu viel und sie greift ein, denn scheinbar ist es Christian, der sich absolut nicht unter Kontrolle hat. Somit rettet sie eigentlich die Frau und nicht ihren „Auftraggeber“, der sich nach einiger Überzeugung endlich wieder in den Wagen setzt.


Neben einem überdachten Bereich, der nun bereits einen großen Tisch und ein Regal aufweist, baut Sayid scheinbar schon wieder etwas, da er ein großes Loch in den Boden schaufelt. Hurley kommt mit der Bitte zu ihm, ob er sich nicht das Funkradio ausborgen könne, um Libby etwas zu beeindrucken. Davon ist Sayid zwar nicht begeistert, aber er erzählt Hugo von einem herrlichen Ort an einem einige Kilometer entfernten Strand, wo er einst mit Shannon gewesen sei.

Da Michael immer noch nicht aufgewacht ist, erkundigt sich Locke bei Jack, ob denn der Austausch der Gefangenen funktioniert habe; immerhin habe man ihnen Michael ausgehändigt. Jack glaubt aber nicht an dieses neue „Fairness-Konzept“ und hat nicht vor, den Anderen zum „Ausgleich“ auch Henry zu geben. Dass Michael sich selbst befreit hat oder nie gefangen war hält er nämlich für wahrscheinlicher.

Draußen ist immer noch helllichter Tag, und Sawyer vernimmt verdächtige Geräusche im Dschungel, weshalb er stehen bleibt und den Spion darauf aufmerksam macht, dass er ihn wahrgenommen habe. Schon zeigt sich Ana-Lucia, die ihm zum Waffenversteck folgen wollte. Da Argumente scheinbar nicht helfen, beschließt Ana, es mit Gewalt zu versuchen, was damit endet, dass beide auf dem Boden liegen und Sawyer sie herausfordernd fragt, was sie nun tun wolle. Unfähig, sich aus den Armen ihres Gegners zu befreien, geht Ana einen völlig anderen Weg: Sie küsst Sawyer, der seinen Augen nicht traut, seinen Griff aber löst, damit beide sich die Kleider vom Leib reißen können. Die Kamera fasst Sawyers Waffe ins Bild, die unbewacht neben beiden herumliegt.


FLASHBACK:

Ana-Lucia und Christian sitzen am Morgen immer noch im Wagen, wo Ana wissen will, wer diese Frau gewesen sei. „Sie ist eine lange Geschichte“, lautet die Erklärung. Als Christian noch mal seinen Sohn (Jack) zur Sprache bringt, den er als Dank für eine richtige Handlung einfach aus seinem Leben verbannt hat, schlägt er vor, eine Bar in der Nähe aufzusuchen. Ana ist aber scheinbar einen Schritt weiter und lehnt das Angebot ab, denn sie möchte zurück nach L.A. „Ich kann nie zurück“, meint Christian. Als er aussteigt trifft er einen jungen Mann mit der Tür. Es ist Sawyer, der gerade vorbeilief. Daraufhin verschwindet Jacks Dad in der Bar.


Als sich Ana und Sawyer wieder anziehen, bleibt zum Kuscheln eindeutig keine Zeit, denn sie verabschiedet sich von ihm mit einem netten „Wenn du irgendwem davon erzählst bist du tot“.

Dummerweise wird Hurley von Libby überrascht, als er massenhaft Essen für sein Vorhaben einpackt. Da er nicht möchte, dass sie glaubt, dass er wieder zu viel esse, erzählt er ihr von der geplanten Überraschung. Obwohl es nun keine mehr sei, findet Libby die Idee dennoch nett und möchte das Picknick machen.

Unten in der Station bemerkt auch Jack Ana-Lucias Wunde am Kopf, woraufhin Locke schnell erklärt, dass Ana es ihm zu verdanken habe, dass sie sich dort gestoßen habe. Die Lüge wird von Kates Rufen überschattet, denn Michael ist endlich zu sich gekommen und versucht, mit der Situation klarzukommen. Schnell hat er seine Sinne wieder beisammen und erklärt, was er alles erlebt hat. Er sei nach Norden gelaufen, wo er schließlich tatsächlich einen der Anderen gesehen und diesen verfolgt habe. Das Lager dieser Leute sei ein Witz- es seien nur Zelte, und keiner von ihnen mache einen wirklich gefährlichen Eindruck. Jeder laufe in Fetzen herum und keiner trage Schuhe. Insgesamt habe er nur 22 Leute zählen können, wovon zwei eine große Metalltür bewachen. Nur diese beiden hätten Waffen, und somit ist Michael der Ansicht, dass diese Anderen nur eine große Show abziehen und nicht wirklich gefährlich seien: „Sie sind kaum bewaffnet. Wir können es mit ihnen aufnehmen“. Allein sei er zu schwach gewesen, aber gemeinsam könne er seinen Sohn zurückholen. Zwar habe er diesen nicht gesehen (und auch nicht Cindy oder die beiden kleinen Kinder), aber er wisse genau, dass er sich dort aufhalte.

Kurze Zeit später sitzt Locke wieder über seinem Block, als Jack zu ihm kommt um sich dafür zu entschuldigen, dass er John nicht vertraut habe, als er überzeugt war, dass Henry ein Anderer ist. Nun sei er sich aber sicher, dass die Anderen nichts als Lügner sind, und deshalb will er hinausgehen und es mit ihnen aufnehmen. Locke stimmt ihn zu und erkundigt sich nach der weiteren Vorgehensweise. Wenig später brechen beide zusammen mit Kate auf und lassen Ana im Hatch zurück.

Sicher etwas sorgloser aber nicht ganz ohne Probleme geht es unterdessen bei Hurley und Libby zu: Die beiden laufen laut Libby schon ewig im Kreis. Dennoch glaubt Hugo, nun am richtigen Ort zu sein und tritt durch das Gebüsch zum Strand hinaus. Vom abgelegenen Strand ist keine Spur zu sehen, denn vor ihnen fischt Jin. Libby schlägt vor, das Picknick trotzdem zu machen, stellt aber fest, dass Hugo weder Decken noch Getränke eingepackt hat. Sie schlägt vor, Decken aus der Station zu holen, während Hugo Rose und Bernard um Wein bitten solle.

Jack und seine Mitstreiter steuern währenddessen direkt auf Sawyer, der gerade das Manuskript „Bad Twin“ liest, zu, und der Arzt gibt ihm zu verstehen, dass die Zeit der blöden Spielereien nun vorbei sei, denn er brauche die Waffen jetzt. Da Sawyer nicht gleich kooperiert holt Jack seine Pistole heraus und richtet sie auf Sawyer, der ebenfalls seine Waffe zieht. Oder besser gesagt ziehen will, denn Ana hat sie ihm geklaut und holt sie soeben in der Station aus ihrem Stiefel. Locke erkennt den Ernst der Lage und sieht seinen Fehler ein: „Jack, ich muss dir was sagen…“, beginnt er, während Ana bereits die Tür zur Waffenkammer öffnet.

Ana wirft Henry ein Taschenmesser zu und befiehlt ihm ruhig, sich selbst loszuschneiden und meint dazu „Du weißt schon warum“. Dieser tut es und erwähnt dann Goodwin, mit dem Ana nach dem Absturz Bekanntschaft machte. Dieser habe gemeint, dass Ana ‚würdig’ sei, und dass sie zum Besseren bekehrt werden könne, doch mit dieser Meinung habe er offensichtlich falsch gelegen, und dafür habe er mit seinem Leben bezahlt. „Er hat versucht mich zu töten“, wehrt sich Ana, doch Henry hinterfragt dies geschickt: „Hat er das?“. Nach einer kurzen Bedenkzeit fragt Ana, ob er endlich fertig sei. „Das war’s dann wohl“, stellt er fest. „Ja, Henry, das war’s“. Ana richtet ihre Waffe auf ihn.


FLASHBACK:

Am Flughafen in Sydney sehen wir (wieder), wie Jack am Schalter darum bittet, dass er seinen toten Vater mit nach Amerika nehmen kann. Nicht weit von ihm entfernt steht Ana-Lucia, die von diesem Gespräch tief berührt wird, weshalb sie ihr Handy hervorholt und ihre Mutter anruft. Sie erzählt ihr unter Tränen, dass sie einen Fehler gemacht habe, und dass sie einfach nun nur mehr nach Hause kommen wolle. Ihre Mutter zeigt Verständnis, notiert sich ihre Flugnummer und versichert ihr, dass sie am Flughafen auf sie warten werde.


Inzwischen sitzt Ana bereits auf dem Sofa im Wohnzimmer und spielt mit dem Magazin in der Pistole. Michael hat sich schon relativ gut erholt und setzt sich zu ihr, wo er sich Anas Story anhört und erfährt, dass sie nicht dazu in der Lage gewesen sei, den Gefangenen in der Waffenkammer zu töten. Sie könne einfach nicht so weitermachen. Schnell entschließt Michael sich, dass er ihr helfen will, denn er habe gesehen, wozu die Anderen fähig seien [„They took my son right out of my hands, they took my son“… yahda yahda], und er wolle nicht zulassen, dass diese „Tiere“ weiterhin eine Bedrohung für sie darstellen. „Ich mach’s, gib mir die Waffe. Ich töte ihn“, verspricht ihr Michael und nimmt die Waffe sogleich an sich. Nachdem ihm Ana auch die Kombination der Kammer verraten hat, steht er tatsächlich auf und geht ein paar Schritte zurück. „Es tut mir Leid“, pflichtet er Ana bei, und diese versteht ihn nicht: „Was denn?“. Schon streckt Michael seinen Arm aus, richtet die Waffe direkt auf Ana-Lucia und betätigt den Abzug. Nach einem lauten Knall starrt Ana entsetzt auf ihren Bauch und realisiert innerhalb weniger Augenblicke was passiert ist. Noch bevor sie etwas sagen kann erlischt in ihr der letzten Lebensfunke. Zitternd und vor lauter Panik leise weinend sieht Michael, wie Ana-Lucia leblos auf dem Sofa sitzt. In diesem Moment vernimmt er seinen Namen hinter sich, denn Libby taucht auf: „Michael!?“. In seinem Zustand der geistigen Labilität fährt Michael erschrocken herum und feuert zwei weitere Schüsse auf Libby ab, die Decken vor sich hält, die jedoch keinen Schutz bieten. Sie geht ebenfalls innerhalb von Sekundenbruchteilen zu Boden. Michaels Nerven liegen blank, als er alleine mit zwei toten Frauen inmitten des Wohnzimmers steht und immer noch am ganzen Leib zittert.

Dank der Kombination kann er die Tür zur Waffenkammer öffnen und sieht den Gefangenen zum ersten Mal. Er sieht Henry direkt in die Augen und bleibt kurz nach dem Türrahmen stehen. Ohne seinen Blick abzuwenden hebt er die Waffe mit seiner rechten Hand und hält sie so vor seine Brust, dass die Schussrichtung irgendwo auf seine linke Körperseite deutet. Als er abdrückt ist allerdings unklar, ob es sich mit der Kugel selbst verletzt oder sogar das Leben nimmt.



SCREENSHOTS:

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ZITATE:

Henry: I failed my mission.
Locke: What mission?
Henry: When that woman caught me in her trap, I was on my way here, John. I was coming for you.

Libby: What happened?
Ana-Lucia sarkastisch: I cut myself shaving.

Hurley: Dude, nice hole.

Ana-Lucia: What?
Sawyer: You don't want my phone number?

Libby: Um, Hurley, this is our beach. There's Jin!

Hurley: Wine, groovy. Hey, maybe if I get drunk enough I'll remember where I know you from.
Libby (kleinlaut): Yeah.

Sawyer bemerkt, dass seine Waffe fehlt: Aw, bitch.

Henry: So this is it, huh?
Ana-Lucia: Yes Henry, this is it.

MUSIK:

Patsy Cline - Walkin' After Midnight


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