Spät aber doch kommt nun der vierte Teil in unserer Reihe - der Rückblick auf die vierte Staffel, der von qu4d verfasst wurde und die Flash Forwards und Highlights von Staffel 4 beleuchtet.


Auf der Suche nach einer Konstante

Staffel 4: Eine Berg- und Talfahrt


Mit der vierten Staffel sollte es nun flott vorangehen. Was mit dem Finale der dritten Staffel bereits angedeutet wurde, wurde mit großen Schritten fortgesetzt. Während sich die ersten drei Staffeln inhaltlich noch auf jeweils 4-5 Wochen erstreckten, sprang man mithilfe der neu eingeführten Flash Forwards nun ganze 2 1/2 Jahre in die Zukunft.

Und dieser enorme Brückenschlag ging fast schief, litt doch fast ganz Hollywood am dreimonatigen Autorenstreik. Aus den ursprünglich geplanten 16 Episoden wurden 13 und dann kurz vor dem Finale doch noch 14. Einige Storys mussten fallen gelassen beziehungsweise verschoben werden und die Episoden vor dem Streik - also die Folgen 1-8 - wurden in aller Eile zu Papier gebracht.

Und trotzdem schafften sie es, eine durchweg solide Staffel auf die Beine zu stellen, die wohl wie keine andere von so vielen geliebt und gehasst wird, bietet sie scheinbar die bis dato besten und schlechtesten Episoden der Serie. Neben "The Shape of Things to Come", "Cabin Fever" und "There´s no Place like Home" trumpfte besonders "The Constant" auf. Die Fast-Wiedervereinigung vom Traumpaar Desmond und Penny und die wirren Zeitreisen spielten sich locker in die Herzen der Fans und wurden sogar vom Time-Magazine zur besten TV-Episode des Jahres 2008 gekürt.

Doch dem standen dahingeschluderte Folgen wie "Eggtown" und "Meet Kevin Johnson" gegenüber. Bei all dem Mut, der für dieses Vorhaben von Nöten war, kann man aber wohl bedenkenlos auch mal beide Augen zudrücken, war doch die ganze Staffel ein notwendiges Übel, um LOST dahinzubefördern, wo es hin soll. Weit, weit voran. Auch wenn man mit einem gefrorenen Eselsrad nachhelfen musste.

Besonderes Herausstellungsmerkmal war diesmal, dass es eine Bedrohung von außen gab, die auch eine konkrete Form annahm - den Frachter Kahana mit seiner ganzen Besatzung. War der Frachter vor allem in "The Constant" noch ein Hauptschauplatz, offenbarte er kurz darauf die scheinbar größte Gefahr für die Insel - den Söldnertrupp um Martin Keamy. Besonders actionreich trat dieser erstmals in "The Shape of Things to Come" auf, was dazu führte, dass man erstmals Cerberus in voller Pracht bestaunen konnte. Wie ein D-Zug wütete er, oder besser es, durch das Dorf - ein absolutes Highlight.

Ebenfalls erwähnenswert ist die Tatsache, dass die Autoren wieder einmal die Karten gemischt haben. Wer einst Feind war, ist nun die einzige Rettung. Selbst der gerade erst eingeführte Spezialtrupp um Miles, Daniel und Charlotte schloss sich den Überlebenden von Flug 815 an.

Alles in allem also eine tolle und spannend inszenierte Staffel, die wie seine drei Vorgänger wieder ein ganz anderes Gesicht trägt.


Stefan Lensa für LOST-fans.de